Prozessführung

Entgegen einer verbreiteten Vorstellung beschränken sich Prozesse nicht auf die Teilnahme an Gerichtsverhandlungen. Entscheidender als das aus Filmen bekannte, eindrucksvolle Schlussplädoyer des wortgewandten Anwalts ist die sorgfältige Vorbereitung eines Prozesses. Zu denken ist unter anderem an die Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts, die Sicherung der Beweismittel in gerichtsverwertbarer Weise, die Wahl der richtigen Verfahrensart, die Prüfung der übrigen Prozessvoraussetzungen sowie die formgerechte und fristwahrende Einreichung von Parteieingaben.

Obwohl die Vertretung vor Gerichtsbehörden die eigentliche Monopoltätigkeit von Rechtsanwältinnen und -anwälten darstellt, gilt es zu beachten, dass jeder Prozess mit einem gewissen Kostenrisiko und nicht zu unterschätzenden psychischen Belastungen verbunden ist. Es gehört daher auch zu unseren Aufgaben, die gütliche Erledigung von Streitigkeiten zu fördern und von einer Klage oder dem Ergreifen eines Rechtsmittels abzuraten, sofern dies im Interesse unserer Klientschaft liegt.

Insbesondere im Bereich des Strafrechts und bei Scheidungen lassen sich Prozesse jedoch kaum vermeiden. Dann kann die Verteidigung bzw. Vertretung durch eine Anwältin oder einen Anwalt empfehlenswert oder gar gesetzlich vorgeschrieben sein.